Human Village und die Bewohner der Außenwelt (Versuch 7) Tag 2

  • Mit einem Ruck schreckte Sumireko aus dem Schlaf auf. Sie blickte sich verwirrt um und erkannte, dass sie auf einer Bank auf dem Dorfplatz des Human Village geschlafen hatte. Ein Traum im Traum, das war auch für sie was neues, eigentlich hatte sie nur kurz ihre Füße abkühlen wollen. Scheinbar hatte die Filmindustrie damit, dass in verschachtelten Träumen die Zeit immer langsamer verging aber doch unrecht, denn als sie sich aus ihrem eigenen Bett stieg zeigte die Uhr bereits 9:48. Sie hatte extrem verschlafen, die erste Vorlesung des Tages war beinahe vorüber, und auch von der zweiten würde sie nicht mehr viel mitbekommen, wenn sie halbwegs präsentabel erscheinen wollte. Sumireko entschloss sich dazu, sich keinen unnötigen Stress zu machen, denn nach der zweiten Vorlesung wäre ohnehin eine Stunde Mittagspause, ehe die Übungen, das eigentlich Wichtige, begannen. Also nahm sie eine ausgiebige Dusche, schmierte sich ein paar Scheiben Toast mit Pfirsichmarmelade und ging auf ihrem Laptop die Nachrichten durch. Im Westen nichts neues, nur die üblichen indirekt-heimlichen Schlagabtauschereien zwischen den USA und Russland. Sumi fand das ganze ausgesprochen langweilig, schließlich befanden sich beide Nationen in der Lage, den Gegenüber im Ernstfall nahezu komplett auszulöschen, sodass innerhalb von Stunden nach dem ersten Raketenstart von einem wie auch immer bestimmten Sieger kaum mehr als vom Verlierer übrig bleiben würde. Eine wirklich traurige Welt, in der sie lebte. Irgendein Promi war außerdem wieder ein mal mit Drogen im Gepäck erwischt worden, die Atomkraftwerke bröckelten vor sich hin und durch die vielen Ausfälle war in einigen ländlichen Teilen Japans die Energieversorgung nicht mehr gewährleistet. Sumi wollte gerade einen Schluck Tee nehmen, als ein kurzer Gitarrenriff eine hereinkommende E-Mail ankündigte. Von ihrer Mutter. Sie brauchte die Mail nicht einmal öffnen um zu wissen, was sie beinhaltete. Ihre Eltern waren mit ihren Leistungen unzufrieden, drohten ihr den Geldhahn abzudrehen und waren generell enttäuscht von ihr und ihren okkulten Anwandlungen. Der Gedanke war Sumireko zwar unangenehm, aber sie war auf ihre Eltern absolut nicht angewiesen. Einerseits hatte sie noch recht viele Ersparnisse, andererseits konnte sie ohne weiteres in einem nahen Shoppingcenter ihre Zaubershows aufführen, bei denen sie ziemlich erbauliche Summen erwirtschaften konnte.
    Doch genug der trüben Gedanken, Sumi spülte ab und machte sich auf den Weg zur Tram. Während der Fahrt konnte sie dann ihre Übungen von letzter Nacht noch einmal durchgehen, schließlich fördert Apfelwein das physikalische Verständnis nicht wirklich, sondern macht die Erfahrung lediglich angenehmer.

  • Der Tag neigt sich bereits dem Ende zu. Walter hatte ihn wohl erfolgreich verpennt. Welch Schande, dabei war doch es doch ein besonderer Tag für Gruselwesen. Naja jedenfalls hatte er heute überhaupt noch den Weg aus seiner kleinen Kiste gefunden. Die Dorfbewohner haben einen gewissen Abstand gehalten. Sie schienen wohl etwas sehr magisches zu erwarten. Es war eigentlich auch etwas für diesen Tag geplant, jedoch sind die anderen Besucher dieses Dorfes auch nicht wirklich zu sehen gewesen über den Tag. Hier muss Walter doch definitv einwerfen, dass es langweilig wäre eine Show zu schmeißen aber niemand da ist, um sie zu bewundern. Eine Schande... aber er würde seine Chance bekommen. Der Zwerg war den Tag über beschäftigt etwas am Hakureischrein zu reparieren. Der Magier hörte, dass ein Oni durch das Dach geplatzt ist und dies nun dringend ersetzt werden müsse. Er hörte zudem auch, dass Bauarbeiten hier seltsamer Weise unheimlich schnell verlaufen. Das bedarf weiterer Nachforschungen. Für Walter wäre es in der Tat sehr praktisch, wenn er in kürzester Zeit eine Bühne bauen könnte. So bräuchte er keine mehr in seinem Umhang verstauen. Das Ding scheint ihm in letzter Zeit sowieso nur Unglück zu bringen. Es kann natürlich auch sein, dass er selbst einfach nur ziemlich ungeschickt ist, aber er schiebt es erst mal auf den Mantel. Chunglin scheint eine größere Menge Bier vorzubereiten. Der Pandare sagte, dass der Untergrund dies angefragt hätte und guter Braumeister, der er ja schließlich ist, machte er dies zu seiner höchsten Priorität an diesem Tag. Vorhin ist Walter an zwei jüngeren Leuten vorbeigekommen. Das Mädchen saß im Rollstuhl. Beide haben etwas magisches an sich. Ein Besuch ist von nöten. Diese Nacht würde interessant werden, gerade weil er den Tag verpasst hat. Jedoch muss er sich nun einer wichtigeren Angelegenheit widmen: die Ausschlusswahlen des Tages. Er hatte sich auch bereits Gedanken gemacht für wen er seine Stimme da lassen würde. Die Auswahl ist ja auch nicht groß und warum sollte er sich selber rauswählen? Die Kinder hier sind so leicht zu begeistern es wäre doch wirklich schade, wenn er sie einfach direkt wieder verlassen würde. Ah die Wahlurne. Walter lässt langsam einen Zettel hineinfallen.
    Walter gibt seine Stimme für Cetyr.

    Es besteht kein Grund Night Owl rauszuwählen. Er hatte sich anscheinend schon mal hier sehen lassen und es ging nicht gut für ihn aus. Warum sollte er also nochmal den selben Fehler begehen? Zudem hat er auch noch seine Waffe aufgegeben, um seine guten Absichten zu unterstreichen. Die beiden übrigen Personen hatte Walter noch nicht gesehen, weshalb es ihm auch schwer fällt für eine der beiden Personen eine Stimme abzugeben. Nun es ist Zeit den Kindern einige Sachen vorzuführen. Das Skelett entschied sich dafür heute etwas mit ein wenig Feuer zu zeigen. Ein heißer Typ hat schließlich heiße Moves. Zu schade, dass Walter nicht mehr grinsen kann.